So einfach geht’s: 125er fahren mit einem Autoführerschein der Klasse B

Mit 16 darf man noch träumen. Zum Beispiel von einem A1 Führerschein, mit dem du ein 125ccm Leichtkraftrad pilotieren darfst. Wem als Teenager das Budget für die Fahrerlaubnis und ein Bike fehlte, hat jetzt Grund zur Freude. Ab sofort dürfen erfahrene Autofahrer mit einem Pkw-Führerschein der Klasse B auf eine 125er steigen. Alle Informationen, wie du dir den Traum vom Motorradfahren erfüllen kannst, liest du hier:

Blut geleckt bei Tempo 45? Mit einem 125er Motorrad geht es besser ums Eck

Als praktisch erweist es sich, dass du mit einem Führerschein der Klasse B schon jetzt Roller mit 50 Kubik fahren darfst. Zweifellos bist du mit einem Kleinkraftrad oder Elektroroller für den Stadtverkehr gut gerüstet. Als Einstieg vernünftig, taugt ein Roller von Piaggio, Honda und Co. allerdings nur bedingt für die Landstraße und einen Sozius auf der Rückbank.

Da kommt die Gesetzesänderung zur Führerscheinklasse B196 sehr gelegen. Sie erlaubt dir, ein Leichtkraftrad der Klasse A1 mit bis zu 125 Kubik und 11KW Leistung zu fahren.

Die folgenden Voraussetzungen sind hierzu notwendig:

•    Du bist seit mindestens fünf Jahren im Besitz einer gültigen Pkw-Fahrerlaubnis der Klasse B
•    Du hast das Mindestalter von 25 Jahren erreicht
•    Du hast eine theoretische und praktische Schulung absolviert


Wissenswertes über die Theoriestunden zusammengefasst

Glücklicherweise musst du für die Schulung nur wenig Zeit einkalkulieren. Der theoretische Teil umfasst vier Doppelstunden a´ 90 Minuten, der praktischen Teil fünf Stunden. Eine abschließende Fahrprüfung ist nicht notwendig. Bevor du dich in den Sattel schwingen darfst, steht noch ein Gang zur Behörde bevor. Zur Beantragung des B196 Führerscheins bei deiner Führerscheinstelle benötigst du ein aktuelles Passfoto und die Teilnahmebescheinigung deiner Fahrschule. Bitte im Hinterkopf behalten: Zwischen der Schulung und der Eintragung darf höchstens ein Jahr liegen!


Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Führerschein B196

Wieviel muss ich für die Schulung investieren?

Im Vergleich zu einem Motorradführerschein der Klasse A1, A2 oder A, sind die Kosten für die Nachschulung moderat. Die meisten Fahrschulen haben sich auf die neuen 125er Fahrer eingerichtet und berechnen für den Kurs zwischen 600 und 800 Euro

Benötige ich eine Motorradversicherung für meine 125er?

Egal ob Pkw, oder Motorrad: Eine Versicherung ist in Deutschland Pflicht! Die Kosten für eine 125er Haftpflichtversicherung liegen zwischen knapp 50 und 70 Euro im Jahr

Darf ich mit meinem Motorrad auch im Ausland fahren?

Natürlich ist die Versuchung im Urlaub groß, einen leistungsstarken Roller zu mieten. Doch so schön eine Ausfahrt mit einem wendigen Bike durch die Toskana auch wäre: Erlaubt ist es dir nicht. Mit dem B196 Führerschein darfst du ausschließlich in Deutschland über die Strecken fegen.

Darf ich mit einer 125er auf der Autobahn fahren?

Ja, darfst du. Auf deutschen Autobahnen gilt eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h, die du mit einer 125er locker erreichst. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von Leichtkrafträdern der Klasse A1 liegt übrigens bei flotten 120 km/h.

Reicht mein Jethelm zum Fahren einer 125er aus?

Egal ob du ein hoch motorisiertes Bike der Klasse A, etwa eine BMW 1000RR oder einen Roller vom Format einer Vespa Primavera 125 pilotierst: In Deutschland besteht seit 1976 die Helmpflicht. Damit dein Kopf im Falle eines Abwurfs vor schlimmen Verletzungen geschützt ist, achte darauf, dass dein Motorradhelm die ECE-R 22.05 Norm erfüllt. Die beste Schutzwirkung bietet dir ein geschlossener Integralhelm. Weniger gut geeignet ist ein Jethelm. Bei Rollerfahrern aufgrund der offenen Bauweise beliebt, genügt seine Schutzwirkung für Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Da du mit einer 125er aber locker doppelt so schnell unterwegs bist, lohnt sich die Investition in einen Helm mit einer höheren Schutzwirkung. Qualitativ hochwertige und top ausgestattete Modelle, findest du in unserem Shop bereits für unter 100 Euro.

Welche Motorradbekleidung ist ansonsten empfehlenswert?

Für einen optimalen Verletzungsschutz musst du nicht gleich eine teure Lederkombi und Motorradstiefel mit hohem Schaft und Schalthebelverstärkung anschaffen. Eine abriebfeste Motorradjacke sowie eine robuste Hose aus Leder oder einem strapazierfähigen Gewebe sind für Motorrad Einsteiger völlig ausreichend. Sie schützen dich vor schmerzhaften Abriebverletzungen und Prellungen. Dafür sind Hosen und Jacken bereits häufig ab Werk mit Protektoren aus schlagfestem Polyurethan oder einem ähnlich widerstandsfähigem Kunststoff ausgestattet. Achte darauf, dass die Protektoren nach der CE Norm EN1621 zertifiziert sind. Geeignete Motorradbekleidung zum günstigen Preis, etwa von Alpinestars, Dainese oder FLM findest du natürlich bei uns im Polo-Shop. Tipp: Wende dich an unsere erfahrene Service-Mitarbeiter, wenn du eine Beratung zu Handschuhen, Motorradstiefeln und dem passenden Zubehör benötigst.


Unsere Empfhlung für Praxisstunden

Fazit:

Wer schon länger mit einem Motorrad liebäugelt, hat jetzt die Möglichkeit schnell und kostengünstig eine Maschine mit bis zu 125 ccm fahren. Bist du mindestens 25 und besitzt seit 5 Jahren einen Pkw Führerschein der Klasse B, kannst du deinen unerfüllten Wunsch vom eigenen Motorrad endlich in die Tat umsetzen. Der gesamte Prozess von der verpflichtenden und notwendigen Schulung, bis zur Ausstellung deines Führerschein B196 ist erfreulich unbürokratisch und benötigt nur wenig Zeit.

Tipp:

Anfänger zu sein ist in der Biker Szene nicht unbedingt ein Makel: Triffst du während der Fahrt auf einen anderen Motorradfahrer, grüß ihn mit der erhobenen linken Hand – natürlich nur wenn, du es dir schon zutraust.